Titel: Herrin der Nebel, Hüterin des verborgenen Lebens, Wächterin der Übergänge
Domänen: Wildnis, Wasser, Geheimnisse, Verfall und Erneuerung
Erscheinung: Tara verkörpert die ungezähmte Schönheit und das geheimnisvolle Wesen der Auen, Sümpfe und Moore. Sie wird oft als eine anmutige, aber wilde Gestalt dargestellt, deren Aussehen die unvorhersehbare und verborgene Natur ihrer Domänen widerspiegelt. Ihre Haut hat einen grünlichen Schimmer, der an frisches Moos oder Algen erinnert, und scheint mit Wasserperlen bedeckt zu sein, die niemals trocknen. Ihr Haar besteht aus dichten, wilden Wasserpflanzen, die in Nebelschwaden gehüllt sind und manchmal von Vögeln, kleinen Amphibien oder Insekten bewohnt werden. Ihre Augen sind tief und dunkel wie ein bodenloser Teich und funkeln manchmal mit einem kalten, rätselhaften Licht. Tara wird entweder in einem Kleid aus schimmernden Wasserpflanzen dargestellt, das ihre Gestalt wie ein natürlicher Teil ihrer Umgebung wirken lässt, oder sie trägt einen langen, schwarzen Umhang aus dichtem Nebel, der jede Bewegung verschleiert. Ihre Bewegungen sind fließend und anmutig, wie der Lauf eines Flusses, aber auch schwer fassbar und trügerisch, wie ein Nebel, der den Blick trübt.
Persönlichkeit: Tara ist eine stille, geheimnisvolle Göttin, die selten offen mit Sterblichen oder sogar anderen Göttern kommuniziert. Sie repräsentiert sowohl das Leben, das in den versteckten Winkeln der Natur gedeiht, als auch den Tod und den Verfall, der oft das Leben nährt. Ihre Persönlichkeit ist ein Spiegelbild ihrer Domänen: undurchschaubar, ruhig, aber auch unbarmherzig, wenn sie gestört wird. Sie ist eine Beschützerin des Verborgenen und Verlassenen und hat eine besondere Zuneigung zu jenen, die in der Stille Trost suchen oder die Geheimnisse der Natur ehren. Dennoch kann sie ebenso gnadenlos sein wie ein Sumpf, der den Unvorsichtigen verschlingt. Tara hält sich von Konflikten fern, aber sie zögert nicht, ihre Macht einzusetzen, wenn ihre Domänen bedroht werden.
Beziehungen zu anderen Göttern: - Or – Gott des Regens, der Flüsse und Seen: Tara ist Ors jüngere Schwester, und die beiden teilen eine komplexe, aber tiefe Verbindung. Während Or die geordneten und klaren Aspekte des Wassers repräsentiert, steht Tara für das Wilde und Mystische. Or sieht in Tara oft ein unberechenbares Element, doch er schätzt ihre Rolle im Kreislauf der Natur. Die beiden arbeiten zusammen, wenn Taras Sümpfe und Moore die Quellen für Ors Flüsse werden, aber sie können auch in Konflikt geraten, wenn Or versucht, Ordnung in Taras wilde Domänen zu bringen. - Hood – Gott der Verstorbenen: Tara hat eine stille, unterschwellige Verbindung zu Hood, da ihre Sümpfe und Moore oft als Übergangsstätten für verlorene Seelen gelten. Manche glauben, dass Tara denjenigen Schutz bietet, die auf dem Weg in Hoods Reich verirrt sind, während andere meinen, dass sie Seelen in ihren Nebeln gefangen hält, bis sie bereit sind, weiterzuziehen. - Ashur – Gott der Sonne und des Gesetzes: Tara respektiert Ashurs Macht, doch ihre wilde Natur widerspricht seiner Vorliebe für Ordnung. Sie begegnet ihm mit Vorsicht, denn seine Sonne hat die Kraft, ihre Nebel zu durchdringen und ihre Geheimnisse zu lüften, etwas, das sie zutiefst misstrauisch macht. - Ishtar – Göttin der Jagd und des Tötens: Tara teilt eine instinktive Verbindung mit Ishtar, insbesondere durch die Jagd. Doch während Ishtar die offene, blutige Jagd repräsentiert, bevorzugt Tara die stille und unbemerkte Jagd, bei der die Natur ihre Beute verschlingt.
Kulte und Verehrung: Tara wird von jenen verehrt, die in der Nähe von Auen, Sümpfen und Mooren leben, sowie von Heilern, Mystikern und Wissenssuchenden, die das Verborgene suchen. Ihre Anhänger schätzen die Balance zwischen Leben und Tod und sehen in Tara eine Göttin, die beides vereint.
Schreine und Rituale:
Taras Schreine sind oft einfache, natürliche Orte, wie stille Lichtungen in Sümpfen, Nebel bedeckte Teiche oder moosbewachsene Steine. Ihre Rituale beinhalten oft Opfergaben von Wasserpflanzen, Fischen oder seltenen Kräutern. Die Priester und Priesterinnen Taras – oft als “Nebelwächter” bezeichnet – sind bekannt für ihre Kenntnis von Heilpflanzen und Giften.
Legenden besagen, dass Tara jenen besondere Einsicht gewährt, die mutig genug sind, sich in ihre Domänen zu wagen und ihre Prüfungen zu bestehen.
Legenden und Mythen: - Die Geburt der Sümpfe: Einer Legende nach entstand Tara aus den Tränen Ors, die er vergoss, als er die Gewalt der Sonne Ashurs erblickte. Diese Tränen sickerten tief in die Erde und schufen die ersten Moore, die als Zuflucht für das Leben dienten, das vor der Hitze der Sonne floh. - Die Nebel von Tara: Es heißt, dass Tara ihre Nebel nutzt, um Sterbliche zu testen. Wer ihre Nebel durchquert, ohne Furcht oder Gier zu zeigen, wird mit verborgenen Weisheiten belohnt. Doch diejenigen, die mit schlechten Absichten kommen, werden von ihr für immer in den Sümpfen gefangen gehalten. - Die stille Jagd: Tara jagt nicht mit Waffen, sondern mit Geduld. Die Legende erzählt, dass sie einmal eine unsterbliche Kreatur einfing, die in ihren Sümpfen Zuflucht suchte. Sie ließ die Kreatur nicht entkommen, bis diese sich selbst auflöste und zum Teil ihrer Domäne wurde.
Symbol: Das Symbol Taras ist ein Kreis aus Schilf und Wasserpflanzen, oft mit einem stillen Teich oder einer Nebelschwade in der Mitte. Anhänger tragen oft kleine Amulette in Form von Wasserpflanzen oder Tropfen, um ihren Schutz zu erbitten.
Tara – Göttin der Auen, Sümpfe und Moore