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Die Höhle der Wandlung

Die Gruppe folgt dem Lauf des Uldar, das Leben an Bord plätschert so vor sich hin. Alles ist ruhig, das Wetter okay, nur die Sonne lässt sich seit einiger Zeit nicht blicken und hält sich hinter einem dichten Hochnebel verborgen. Etwas Abwechslung verspricht da eine Stadt, die in Sicht kommt. Direkt nach dem Anlegen macht sich Baptiste auf, die Lebensmittelvorräte aufzufrischen. Während alle anderen shoppen und Albrecht Hühner kauft, treibt sich Kasack derweil im Hafenviertel herum , hält die Ohren auf. Beim späteren Aufeinandertreffen am Kai, berichtet er, dass der vor ihnen liegende Flussabschnitt durch ein Tal mit steilen, bewaldeten Hängen führt. Der ein oder andere Zufluss , so gut wie keine Anlegemöglichkeiten. Eine Reise von etwa einer Woche. Außerdem hat er Gerüchte aufgeschnappt. Ab und zu verschwinden Schiffe auf der Strecke spurlos. Kleinwüchsige Piraten treiben ihr Unwesen auf dem Fluss, wird gemunkelt. Während die Gruppe beratschlagt, ertönt ein lautes Warnsignal. Hektik bricht im Hafen aus, Händler stürzen überhastet an Bord ihrer Schiffe, versuchen aus dem Hafen zu steuern. Die Gruppe tut es ihnen gleich, bemüht aus dem sich schließenden Hafentor zu kommen, was ihnen gerade so gelingt. Auf dem freien Fluss erkennen sie, dass sich flussaufwärts eine riesige Nebelbank heranschiebt, in ihrem Inneren unheimliche Schatten beherbergend. Ohne wirklich zu wissen, was vor sich geht, setzen sie Kurs flussabwärts. Der schauerliche Klang von Kriegshörner aus dem Nebel drängt sie zu schneller Fahrt. Nur weg hier. Der Nebel erfasst die Stadt und der Wind trägt entsetzliches Schlachtengeschrei über den Fluss. Zügig dem Fluss folgend, bringt die Gruppe so viel Abstand wie möglich zwischen sich und die Stadt während an den Ufern die bewaldeten Hänge rasch in die Höhe wachsen.

Anfangs erweist sich der Fluss als gut schiffbar. Dann entdeckt die Gruppe in einer der Seitenmündungen voraus zwei Schiffe vor Anker. Aktivität kommt an Bord der fremden Schiffe auf: es wird eindeutig Kurs auf die Sprotte gesetzt. Lynn steuert Richtung entgegengesetztes Ufer, in der Hoffnung mit Geschwindigkeit und Glück das Schiff vor die Piratenschiffe zu setzen. Eine Hoffnung, die zerbricht, als markerschütternde Drachenschreie aus dieser Richtung erschallen. Pest oder Cholera? Die Piraten scheinen das kleinere Übel, zumal sie wenden und in den Seitenarm zurückfahren. Die werden wissen, was sie tun, vielleicht bietet sich hier die Gelegenheit sich zu verstecken, also hinterher – doch auf einmal verschwinden Schiffe samt Mannschaft vor ihren Augen. Im Schutz der Mündung des Seitenarms verharrend, wird abgewartet, wie sich die Lage entwickelt. Als keine Angriffe erfolgen, wird die Fahrt auf dem Hauptstrom fortgesetzt. Da das Unbehagen über die Gefahr im Nacken zur Eile drängt, wird entschieden auch nachts weiterzufahren, wenn auch mit verminderter Geschwindigkeit. Kasak, Björn und Vaelis werden von Lynn in der Steuerung unterwiesen und Schichten eingeteilt. Während seiner Schicht vernimmt Kasak auf einmal seltsame Geräusche längsseits und weckt alle anderen. Doch es ist nichts auszumachen – weder an Bord noch auf dem Fluss. Lynn schlägt mit einem Ruder auf eine verdächtige Stelle an der Reling, es folgt erst ein Schmerzensschrei, dann ein Platschen. Und Dutzende von bärtigen Gartenzwergen sind plötzlich sichtbar, im Begriff das Schiff zu entern. Ein Kampf entbrennt, die kleinen Lästlinge erweisen sich jedoch als ziemlich schlagkräftig und widerstandsfähig. Zu allem Überfluss hebt noch ein Gartenzwergmagier seine Hände, wirkt seinen Zauber und beendet damit jede Gegenwehr – die Welt versinkt im Dunkel.

Als alle an Deck wieder zu sich kommen, ankert ihr Schiff am Ufer eines Seitenarms. Ringsherum wuseln Gartenzwerge. An Deck, auf anderen Schiffen, am Ufer. Die Gruppe ist entwaffnet, die nasse Kleidung flattert trocknend an einer Leine. Eine resolute Gartenzwergin steht vor ihnen auf und fordert dazu auf, von Bord zu gehen. Jede Diskussionen ist zwecklos. Sie folgen der Aufforderung, allen voran Albrecht, der ohne Zögern an Land stürmt, um seine Hühner vor einem Ende auf dem Drehspieß zu beschützen.

Der Anführer der Gartenzwerge erwartet die Gruppe an Land und lässt alle durch einen Untergebenen überprüfen. Als dieser seinen Verdacht bestätigt, verlangt er ungehalten, dass sie sich umgehend auf den Rückweg begeben, denn die Gruppe hat durch ihre Anwesenheit die weißen Drachen ins Territorium der Zwerge gelockt. Da man nur flussabwärts weiterreisen will, entspinnt sich eine hitzige Diskussion. Beide Parteien beharren auf ihrem Standpunkt. Unvermittelt öffnet sich ein flammendes Portal, zwei seltsam gerüstete Krieger treten heraus und reden kurz auf den Anführer ein, bevor sie auf selbem Wege wieder verschwinden. Der Gruppe wird nun doch gestattet, ihren Weg wie geplant fortzusetzen, Hauptsache sie verschwinden schnellstmöglich. Die Gartenzwerge machen sich ebenfalls direkt aus dem Staub.

Angesicht dieser Entwicklung stürzen alle an Bord und steuern Richtung Hauptarm. Noch bevor sie ihn erreichen, vernehmen sie den Klang des Todeshorns. Zurück auf dem Uldar bestätigen sich die Befürchtungen: stromaufwärts erhebt sich in Sichtweite die albtraumhafte Nebelwand – viel zu nah und es ist klar, wem die Jagd gilt.

Es wird so viel Fahrt gemacht, wie nur möglich und alles an Geschwindigkeit herausgeholt, was geht, mit Lotsen am Bug und wechselnder Besatzung am Steuer bei Tag und Nacht. Doch jeder neu anbrechende Tag enthüllt nur, dass der Nebel langsam aber unerbittlich näher kommt. Die Schatten im Dunst verdichten sich und lassen inzwischen eine abartig große Festung erkennen.

Björn zimmert am Heck eine hölzerne Brustwehr zusammen, Albrecht unternimmt mit seinem Strauß einen Erkundungsflug, bleibt sicherheitshalber unter dem Hochnebel. Bei seiner Landung kann er nichts hilfreiches berichten, nur die Beobachtung eines einsamen Vogels flussaufwärts, eine Krähe oder ein Rabe vielleicht, der den Eindruck machte, als beobachtete er das Schiff. Und irgendwie merkwürdig war. Bei einem erneuten Aufstieg zeigt sich keine Spur des seltsamen Tieres.

Schließlich ist die Nebelfeste auf Schussdistanz herangekommen und nimmt das Schiff unter Beschuss. Anfangs schlagen die feurigen Geschosse noch einige hundert Meter hinter dem Schiff aufs Wasser, doch stetig verringert sich der Abstand. Es ist jedem klar: auf dem Fluss wird es bald kein Entrinnen mehr geben.

Unvermittelt teilt sich der Fluss vor ihnen: der Hauptarm fließt weiter zwischen den Bergrücken hindurch, ein Nebenarm links schlängelt sich durch eine Ebene mit dichtem, dschungelartigem Baumbestand, rechts befindet sich ein weiterer Nebenarm, der in einer Höhle verschwindet. Die drängende Frage lautet: Wohin? Der mäandernde Flusslauf im Dschungel bietet mehr Deckung als der Hauptarm. Letzterer scheint keine Option, denn er ändert nichts an der Situation. Doch die Gruppe entscheidet sich kurzfristig für den Weg in die Höhle, darauf hoffend, dass die Höhle so klein ist, dass die schwimmende Feste nicht folgen kann. Auf den letzten Metern erwischt sie noch ein feuriges Geschoss und sie haben mehr Glück als Verstand, dass an Bord kein Brand ausbricht. In der Höhle selbst, zeigt sich, dass sie mit ihrer Überlegung richtig lagen. Die Höhle ist eng, der unterirdische Fluss hat tückische Felsen. Selbst ihr Schiff lässt sich auf diesem Flusslauf nur schwer steuern. Vaelis und Lynn sorgen für Licht und alle helfen mit Bootshaken mit, damit Lynn das Schiff halbwegs auf Kurs halten kann.

Nachdem die Gruppe mit Ach und Krach diese enge Passage bewältigt hat, weitet sich die Höhle vor ihnen zu einer riesigen Caverne. Schwaches, gelb-grünes Licht beleuchtet die Szene, ohne dass sich genau sagen lässt, aus welcher Quelle es stammt. Glatt wie ein schwarzer Spiegel liegt ein großer See vor ihnen. Am gegenüberliegenden Ufer sind Ruinen und eine Anlegemöglichkeit zu erkennen. Doch es ist ein merkwürdiger Ort mit seltsamen Schwingungen. Die ganze Höhle ist erfüllt von Magie – guter und böser. Bei der Überfahrt zeigen sich dunkle Schatten in den Tiefen des Sees. Björn erblickt auf der Wasseroberfläche seine düstere Traumversion anstatt seines Spiegelbildes - alle anderen erblicken nur sich selbst. Die Ruinen setzen sich auch unter Wasser fort, allerdings erscheinen sie dort unversehrt.

Nach dem Anlegen unterziehen alle diesen merkwürdigen Ort einer genaueren Untersuchung. Kasak bittet Lynn mit ihrer Eule das gesamte Ufer in genauen Augenschein zu nehmen, ob sich irgendwo ein Abfluss oder anderer Weg nach draußen zeigt. Doch es lässt sich kein anderer Weg hinaus entdecken. Im Gegenteil – sogar der Zufluss ist jetzt verschwunden. Björn ist an einer Wasserprobe interessiert, doch berühren will er das unheimliche Wasser nicht. Aber ganz gleich wie er sich auch bemüht, eine kleine Phiole mit Wasser zu füllen, alle Versuche scheitern. Letzten Endes kommt er doch mit dem Seewasser in Kontakt und bricht auf der Stelle zusammen. Da er sich anscheinend in einem tiefen Schlaf befindet und nicht geweckt werden kann, wird er für`s Erste ein Stück das Ufer hochgeschleift. Vaelis und Alfred sehen sich in der Nähe um, Kasak und Lynn begeben sich tiefer in der griechisch anmutenden Ruinenstadt auf Spurensuche. Droht hier eine unbekannte Gefahr oder lassen sich Spuren der ehemaligen Bewohner der Stadt finden, die Auskunft über diesen Ort geben? Doch alles außer den Mauerresten ist längst verfallen und es finden sich nur vereinzelnte Inschriften bei einigen Türstürzen, die sie nicht lesen können.

Man trifft sich am Ufer wieder. Vaelis und Alfred berichten von schemenhaft leuchtenden Gestalten, die sie angeblich überall um sie herum sehen können. Diese Wesen bewegen sich auch in oder aus dem See, reagieren aber in keiner Weise auf die Anwesenheit der Gruppe. Falls sie tatsächlich existent sind (und keine Gruppenhallu), so scheinen sie zumindest keine Gefahr darzustellen.

hoehle.txt · Zuletzt geändert: von andrea