Nordor: Der Schatten von Weißhafen und das Echo des Todes
Die frühen Jahre in Weißhafen und der Weg zu den Seidenschatten.
Nordor wuchs in Weißhafen auf, einer Stadt, deren starre Hierarchie tief in seinem jungen Geist Spuren hinterließ. Er war kein Kind der Oberstadt, wo die Fürsten residierten und der Reichtum glänzte. Stattdessen verbrachte er seine Jugend in den schattigen Gassen der Docks, einem rauen Pflaster, wo Überleben List und schnelle Hände erforderte. Hier lernte er, wie das Leben am Rande der Gesellschaft aussieht und wie man sich unsichtbar macht, um nicht zertreten zu werden. Seine außergewöhnliche Beobachtungsgabe und seine Fähigkeit, sich in jede Rolle zu fügen, fielen bald einem zwielichtigen Mentoren auf. Dieser Mentor war kein Geringerer als ein erfahrener Agent der Diebesgilde Seidenschatten, die im Verborgenen die Fäden in Weißhafen zog. In den dunklen Winkeln der Docks, zwischen zwielichtigen Schmugglern und windigen Seeleuten, erlernte Nordor das Handwerk eines Spions und Verkleidungskünstlers unter der Ägide von Seidenschatten. Er war der Schatten, der Informationen sammelte, die niemand sonst bekommen konnte, und das Gesicht, das niemand kannte. Er beherrschte Dolche und Handarmbrüste, die perfekten Werkzeuge für jemanden, der aus dem Nichts zuschlug und ebenso schnell wieder verschwand.
Der Beginn der Finsternis: Der Phantom-Weg
Die Welt der Drachengötter ist durchdrungen von alter Magie und den Echos der großen Schöpfungstat. Der Tod ist hier kein endgültiges Ende, sondern ein Übergang, geformt von Noctarion, dem Schwarzen Drachen, und den verbannten Energien der einst mächtigen himmlischen Wesen und Dämonen. Nordors Leben nahm eine düstere Wendung, als er im Auftrag der Gilde Seidenschatten in den verbotenen Katastrophenbezirk geschickt wurde. Dies war ein alter, verlassener Teil der Stadt, von dem gemunkelt wurde, dass er auf dem Grab einer uralten, von einem Drachengott verbannten Kreatur errichtet wurde. Er sollte dort einen vergrabenen Schatz bergen, doch stattdessen fand er ein altes, vergessenes Heiligtum, das tief unter den Fundamenten der Erde verborgen lag. Es war ein Ort, der den Todesdrachengöttern geweiht war – jenen finsteren Aspekten der Schöpfung, die über Verfall und Vergänglichkeit wachen und deren Macht sich aus den restlichen Energien der verbannten Dämonen und Celestials speist. Der Ort strahlte eine kalte, leblose Energie aus, nicht verfallen, sondern erfüllt von der Stille des Todes. In der Mitte befand sich eine merkwürdige, schimmernde Säule aus reinem, zischendem Schatten, deren Oberfläche wie ein gefrorener Schrei wirkte. Neugierig und wagemutig, wie er war, berührte Nordor die Säule. In diesem Moment durchfuhr ihn eine Kälte, die tiefer ging als alles, was er je gekannt hatte. Es war, als würden die Echos der Qualen der von den Drachen beraubten Wesen durch ihn hindurchströmen. Bilder von vergessenen Gräbern, Stimmen aus dem Jenseits und flüchtige Schatten tanzten vor seinen inneren Augen. Er spürte, wie eine fremde, dunkle Energie in seinen Körper floss und ihn erfüllte. Er taumelte aus dem Schrein, verwirrt und erschöpft, aber mit einer neuen, furchterregenden Macht: Er war zu einem Phantom geworden. Er entdeckte, dass er nun in der Lage war, Wissen von Toten zu erlangen, ihre letzten Gedanken oder Geheimnisse zu „spüren“. Die Schatten gehorchten seinem Willen, und er konnte sich fast unsichtbar machen – eine mystische Verbindung zum Tod hatte sich in ihm manifestiert, genährt von den verdrehten Energien, die die Drachen bei der Schöpfung hinterlassen hatten. Diese Kraft war sowohl ein Segen als auch ein Fluch; sie machte ihn zu einem noch effektiveren Schurken und Spion, und die Gilde Seidenschatten erkannte sein Potenzial und schätzte ihn fortan noch mehr als Informationssammler.
Die Schatten der Schuld und der Tyrann
Die dunkle Macht hatte ihren Preis. Nordor ist mit einer tiefen Schuld behaftet: Er hat ein schreckliches Verbrechen begangen, das nicht nur ihn, sondern auch einen Unschuldigen ins Gefängnis brachte. Die Gründe dafür sind komplex. Vielleicht war es ein Auftrag der Gilde Seidenschatten, der schiefging, ein Hinterhalt, der ihn dazu zwang, unschuldige Opfer zu bringen, um sein eigenes Leben oder das seiner Familie zu retten. Die Tatsache, dass ein Unschuldiger leidet, ist ein Makel auf seiner Seele, aber seine chaotisch-gute Natur lässt ihn glauben, dass das große Ganze die individuellen Opfer wert sein mag – oder er hat noch nicht die volle Konsequenz seiner Taten verstanden. Er hofft inständig, sich dafür zu rehabilitieren, doch wie, weiß er noch nicht. Sein Handwerk als Spion und seine neuen Fähigkeiten machten ihn zu einer Bedrohung für die Mächtigen. Der Tyrann, der sein Land regiert, ein weiterer Fürst und wichtige Figur in Weißhafen, hat es sich zur Aufgabe gemacht, Nordor zur Strecke zu bringen. Dieser Tyrann schreckt vor nichts zurück, und Nordor ist ständig auf der Hut, gejagt von den Schergen eines korrupten Systems, dem er entkommen will.
Loyalitäten und die Suche nach dem Zuhause
Nordors Loyalität gilt nicht Idealen, sondern seinen Freunden und seiner Familie. Sein unrechtmäßig erworbenes Vermögen diente und dient dem Unterhalt seiner Familie, die möglicherweise ebenfalls unter dem Tyrannen leidet oder von ihm bedroht wird. Diese Bindung ist für ihn stärker als jede Regel oder jedes Gesetz. Freiheit ist sein höchstes Ideal, nicht nur für sich selbst, sondern für alle, die unter Ketten leiden. Diejenigen, die Ketten schmieden, sind seine Feinde. Sein Schicksal ist es, die Fäden in die Hand zu nehmen, denn er hat immer einen Plan, was zu tun ist, wenn etwas schiefgeht. Diese Eigenschaft hat ihn in seiner Vergangenheit oft gerettet und macht ihn zu einem wertvollen Mitglied eurer Abenteurergruppe. Die Wendung des Schicksals: Der Entlarvung des Paktierers
Nordors Weg kreuzte sich endgültig mit dem eurer Abenteurergruppe, als er in die finsteren Machenschaften des Magier-Beraters des Rates der 3 Fürsten verwickelt wurde. Dank seiner Spionagetätigkeiten und seiner Phantom-Fähigkeiten konnte Nordor die Wahrheit aufdecken: Der Berater war ein Paktierer mit einem Gedankenschinder, eine abscheuliche Kreatur, deren Einfluss die Stadt Weißhafen zu verschlingen drohte. Es ist möglich, dass dieser Gedankenschinder ein Überbleibsel der verbannten Dämonen oder himmlischen Wesen war, verdreht durch die Schaffung der Welt, und dass seine Macht von den Resten der von den Drachen geraubten Energien zehrte. Mit den gesammelten Beweisen wandte sich Nordor an den Fürsten, der selbst ein Magier war. Gemeinsam mit ihm und eurer Abenteurergruppe, die bereits für ihre Fähigkeiten und ihre Entschlossenheit bekannt war, stürzten sie sich in den Kampf. Es war eine gefährliche Konfrontation, in der Nordors Fähigkeit, im Schatten zu agieren und entscheidende Informationen zu liefern, von unschätzbarem Wert war. Als der Gedankenschinder und sein Paktierer schließlich vernichtet waren, war die Gefahr für Weißhafen gebannt. Ab diesem entscheidenden Moment, als der gemeinsame Kampf sie zusammenschweißte, wurde Nordor ein fester Teil der Abenteurergruppe. Seine dunkle Vergangenheit, seine ungewöhnlichen Fähigkeiten und seine unerschütterliche Loyalität machen ihn zu einem komplexen, aber unverzichtbaren Mitglied auf der Odyssee, um das Zuhause zu finden – und vielleicht auch, um seine eigene Erlösung zu erlangen, während er den Einfluss der Drachengötter und die Echos ihrer Schöpfungshandlungen in seiner Welt navigiert.
Nordor: Der Verführerische Schatten
Nordor ist ein Mann von etwa 1,75 Meter Größe und einer schlanken, drahtigen Statur, die seine Bewegungen geschmeidig und leise macht. Sein braunes, mittellanges Haar fällt oft leicht zerzaust in sein Gesicht, was ihm einen geheimnisvollen, aber nicht ungepflegten Look verleiht. Seine braunen Augen sind jedoch das Auffälligste an ihm: Sie sind durchdringend und intelligent, mit einem leisen Funkeln von Schalk und einer tieferen, fast melancholischen Weisheit. Manchmal scheint ein Hauch von Kälte in ihnen zu liegen, ein Echo seiner Verbindung zum Tod. Seine natürliche Ausstrahlung zeigt sich in seiner geschmeidigen Bewegung und seiner Fähigkeit, Menschen mühelos für sich einzunehmen. Er trägt oft einfache, aber gut sitzende Kleidung, die ihn nicht auffällig macht, aber seine Bewegungen nicht einschränkt – z.B. ein dunkles Lederwams über einem Leinenhemd und robuste Hosen, die in hohe Stiefel gesteckt sind. Auch wenn er sich in der Masse verstecken kann, zieht er doch unwillkürlich Blicke auf sich. Seine Mimik ist nuanciert; er kann ein entwaffnendes Lächeln aufsetzen, das selbst den Misstrauischsten für einen Moment glauben lässt, er sei ein ehrlicher Mann, oder er kann eine Haltung der aufrichtigen Besorgnis einnehmen, die Vertrauen weckt. Seine Stimme ist wohlklingend und überzeugend, aber auch fähig, zu raunen oder zu schmeicheln. Trotz seiner schlanken Erscheinung ist er überraschend kräftig und zäh. Er kann einen Gegner im Nahkampf überraschen, einen Schwertkampf führen oder auch mal eine schwere Kiste heben, ohne sich anzustrengen. Er ist nicht leicht zu ermüden und erholt sich relativ schnell von Strapazen. Als Phantom haftet ihm eine subtile, fast unmerkliche Aura an. Manchmal scheint das Licht ihn anders zu umspielen, seine Schatten wirken tiefer oder er bewegt sich so lautlos, dass man schwören könnte, er wäre gerade eben noch woanders gewesen. Seine Kleidung hat kleine, versteckte Taschen oder Riemen für seine bevorzugten Dolche, Handarmbrust und das Kurzschwert, die er geschickt zu verbergen weiß. In seinem Ausdruck liegt eine Mischung aus wachsamer Intelligenz und einer inneren Belastung. Man sieht die Last der Schuld und die Gefahr durch den Tyrannen in seinem Blick, aber auch die Entschlossenheit, seine Freunde und Familie zu schützen und sein Schicksal selbst in die Hand zu nehmen. Er ist ein Meister der Tarnung, aber seine wahre Natur als jemand, der mit den Schatten des Todes tanzt, ist immer präsent, wenn man genauer hinsieht.